Unterricht
Was bei uns im Schulzimmer passiert – und warum wir es so machen.
Wie wir unterrichten
Was unterrichtet wird, gibt der Lehrplan Volksschule Basel-Landschaft vor. Wie wir es tun, dafür haben wir einen eigenen Anspruch – und über den sprechen wir gerne. Uns ist wichtig, dass Kinder Freude am Lernen behalten und erleben, dass sie vorwärtskommen.
Lesen trägt alles andere
Wer gut liest, kommt in jedem Fach weiter: im Sachtext wie in der Textaufgabe. Darum hat das Lesen bei uns festen Platz im Wochenablauf.
Die Gotti und Göttis aus den grösseren Klassen lesen ihren Patenkindern vor. Beide Seiten lernen dabei.
Lust am Entdecken
Aufträge, bei denen Kinder selber fragen und ausprobieren, bleiben besser haften als solche, die man bloss abarbeitet. Darum formulieren wir Lernaufträge gerne offen.
Und wir schauen zuerst darauf, was ein Kind schon kann. Ein Erfolgserlebnis trägt weiter als eine Korrektur.
Viele Wege zum Ziel
Kinder denken unterschiedlich, und der Weg zur Lösung sieht selten bei allen gleich aus. Diese Vielfalt ist uns willkommen. Sie bringt oft die ganze Klasse weiter.
Tages- und Wochenpläne, Projektlernen, Lernumgebungen und kooperative Formen gehören zu unserem Handwerkszeug.
Voneinander lernen, für sich selber sorgen
Etwas erklären zu können heisst, es verstanden zu haben. Kinder, die einander helfen, lernen doppelt, und die Klasse wird zu einem Ort, an dem Fragen erlaubt sind.
Schritt für Schritt übernehmen die Kinder mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen: Material bereitlegen, den Wochenplan einteilen, einschätzen, was schon sitzt und was noch Übung braucht.
Fortschritte sichtbar machen
Ein Kind soll merken, was es dazugelernt hat. Rückmeldungen gehören für uns zum Alltag, und die Kinder lernen mit der Zeit, sich selber einzuschätzen.
Ab dem Kindergarten sammelt jedes Kind ausgewählte Arbeiten im Loupbuch. Es wächst über die ganze Schulzeit mit und wird am Ende der 6. Klasse feierlich überreicht, begleitet vom Schullied und im Beisein der Patenkinder aus der 1. Klasse.
Beziehung als Fundament
«Ein respektvoller Umgang miteinander ist unser Fundament», so steht es in unserem Leitbild. Wer sich sicher und zugehörig fühlt, lässt sich leichter auf Neues ein.
Darum ist uns das Miteinander auch dann ein Thema, wenn gerade nichts vorgefallen ist: im Klassenrat, im Schülerparlament, bei altersdurchmischten Projekten.
Bewährtes behalten, Neues erproben
Innovation trifft Tradition, so nennt es unser Leitbild. Was sich bewährt hat, behalten wir. Wo etwas besser gehen könnte, schauen wir hin und probieren Neues aus.
Diese Aufgabe nehmen wir gerne an und wachsen daran mit.
Wie wir beurteilen
Beurteilen gehört zum Unterrichten. Was am Ende im Zeugnis steht, ist kantonal geregelt – wie wir den Kindern unterwegs Rückmeldung geben, gestalten wir.
Beurteilung ist für uns kein Urteil über ein Kind, sondern eine Rückmeldung auf seinem Weg. Wir schauen zuerst darauf, was ein Kind schon kann. Fördern und fordern gehören zusammen: Wir geben Aufgaben, die ein Kind weiterbringen, und ermutigen es, sich Schritt für Schritt mehr zuzutrauen.
Kindergarten und 1. Klasse
Im Kindergarten gibt es kein Zeugnis. Am Ende der Kindergartenzeit erhält Ihr Kind eine Unterrichtsbestätigung.
Am Ende der 1. Klasse gibt es einen ressourcenorientierten Lernbericht. Er beschreibt, was Ihr Kind kann und wie es sich entwickelt hat.
2. Klasse
Am Ende der 2. Klasse gibt es das erste Zeugnis. Im Zeugnis wird in allen Fächern mit Prädikaten beurteilt, in Worten statt mit Noten.
Der Kanton gibt vier Prädikate vor: hohe Anforderungen erfüllt, erweiterte Anforderungen erfüllt, Grundanforderungen erfüllt, Grundanforderungen nicht oder teilweise erfüllt.
Über die Beförderung entscheiden Deutsch und Mathematik. Sind die Grundanforderungen dort nicht oder nur teilweise erfüllt, besprechen wir mit Ihnen das weitere Vorgehen.
3. bis 6. Klasse
Im Zeugnis stehen Noten in Deutsch, Mathematik sowie Natur, Mensch, Gesellschaft. Die übrigen Fachbereiche werden mit Prädikaten beurteilt.
Am Ende der 3., 4. und 5. Klasse wird über die Beförderung entschieden. In der 6. Klasse gibt es ein Zeugnis ohne Beförderungsentscheid.
Wie wir im Alltag Rückmeldung geben
Fehler sind keine Pannen, sondern Wachstumsschritte. Eine Lupe heisst «schau hier nochmals genau hin». Korrigiert das Kind den Fehler selbst, wird aus der Lupe eine Sonne.
Von der 1. bis zur 3. Klasse zeigen Pflanzensymbole auf Prüfungen, wie weit ein Kind gewachsen ist: Samen, Keimling, Jungpflanze, blühende Pflanze. Ab der 4. Klasse kommen in Deutsch, Mathematik und NMG Noten dazu, in den übrigen Fächern bleiben die Symbole. Das ersetzt Lernbericht und Zeugnis nicht – es macht den Weg dorthin für die Kinder sichtbar.
Die verbindlichen Vorgaben des Kantons finden Sie hier:
Zeugnis und Promotion – Kanton Basel-Landschaft
Was es bei uns gibt
Lernwald
Der Lernwald bietet Raum für unterschiedliche Lernwege. Die Schulische Heilpädagogik begleitet Kinder mit integrativer Förderung, individuellen Lernzielen sowie Begabungs- und Begabtenförderung – abgestimmt auf ihre Bedürfnisse und Potenziale.
Oase
Förderunterricht und Lerncoaching – zum Auffrischen einzelner Themen ebenso wie bei längerfristigem Bedarf. Wer die Oase besucht, wird im Klassenteam besprochen; die Schulleitung entscheidet über die Zuteilung.
Logopädie und DaZ
Für Kinder mit sprachlichen Entwicklungsbedürfnissen und für mehrsprachige Kinder. Im ersten Kindergartenjahr findet in der Regel im Herbst eine logopädische Reihenuntersuchung statt; über das Ergebnis informiert die Logopädin die Erziehungsberechtigten.
Musik und Chor
Musikgrundkurs in der 1. und 2. Klasse. Chor für die 1. bis 3. Klasse, eine halbe Stunde pro Woche. Ein Chor für die 4. bis 6. Klasse ist angedacht.
Schulbibliothek
Vom 2. Kindergartenjahr bis zur 6. Klasse: Bücher und Comics zum Ausleihen sowie Zeitschriften zum Lesen vor Ort. Jede Klasse besucht die Bibliothek einmal pro Woche mit ihrer Klassenlehrperson.
Die Kinder bringen ihre Buchwünsche ein. Ausleihfrist ein Monat, bis zu drei Medien pro Kind.
Digitale Medien
Digitale Geräte setzen wir dort ein, wo sie einen Lernschritt ermöglichen, den es ohne sie nicht gäbe; Massstab ist das SAMR-Modell. Wo Papier gleich gut trägt, bleibt es beim Papier.
Im Kindergarten und in der Unterstufe bleiben Geräte bewusst im Hintergrund. Ab der 4. Klasse hat jedes Kind ein eigenes Gerät, benutzt wird es nur auf Anweisung der Lehrperson. Ab der 5. Klasse ist Medien und Informatik ein eigenes Fach: Quellen prüfen, Medienbeiträge einordnen, einschätzen, was künstliche Intelligenz kann und was nicht.
Von Hand zu schreiben bleibt wichtig: Wer mitschreibt, verarbeitet den Inhalt, statt ihn abzutippen. Im Loupbuch wachsen beide Welten zusammen.
Loup-Momente
Mindestens zwei Klassen erleben gemeinsam etwas, auch über die Stufen hinweg: eine Brücke aus Spaghetti, ein gemeinsamer Musikunterricht, ein Leseprojekt.
Die Loup-Momente sind aus der früheren Projektwoche entstanden. Statt einem grossen Anlass pro Jahr gibt es nun viele kleine Begegnungen über das Schuljahr verteilt. Sie brauchen keine aufwendige Vorbereitung.
Gotti und Götti
Jedes Kind im 1. Kindergartenjahr bekommt ein Gotti oder einen Götti aus der 4. Klasse. Beim Übertritt in die 1. Klasse sind die Paten in der 6. Klasse: ein vertrautes Gesicht in einem neuen Lebensabschnitt.
Hausaufgaben
Hausaufgaben festigen das Gelernte und üben das selbstständige Arbeiten. Sie dienen dem Lernen, nicht dem Druck.
Als Richtwerte gelten pro Tag rund 10 bis 20 Minuten in der 1. und 2. Klasse, 30 bis 40 Minuten in der 3. und 4., 50 bis 60 Minuten in der 5. und 6. Klasse. Nach einem Unterrichtsnachmittag und übers Wochenende geben wir in der Regel keine Aufgaben auf.
Die Verantwortung für die Hausaufgaben liegt beim Kind. Eltern begleiten – sie erledigen nicht. Wenn es zu Hause regelmässig zu Konflikten kommt, melden Sie sich bitte bei der Klassenlehrperson.
Einblicke in die Arbeiten aus dem textilen Werken
Drucken mit Blättern und Gräsern, färben, nähen, flechten: Was im textilen Werken entsteht, tragen die Kinder nach Hause – und oft auch am Leib.